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Mentalbehindertensport: EM Tischtennis - 3x Viertelfinale und eine Menge Ärger

 Vom 21. bis 28. November fanden in Ciechanow die 5. Europa- meisterschaften für SpielerInnen mit mentaler Einschränkung statt. Nach dem sensationellen EM-Ergebnis  vor 2 Jahren mit 4 Medaillen wollte das Team auch heuer gut abschneiden, und hatte sich dementsprechend gut auf diese EM vorbereitet. Aber wie so oft, kam es erstens anders zweitens als man denkt…

Gleich zu Anfang musste man sich neuerlich der Klassifizierung unterziehen, zu der man extra einen Tag früher angereist war; diese Prozedur ist mittlerweile bei fast jedem Event zu vollziehen, was immer einen extra Stress darstellt.

Weiter erschwerend kam hinzu, dass diesmal nur die Gruppenersten in die nächsten Runden aufsteigen durften und nicht wie bisher üblich die ersten zwei Platzierten -diese Entscheidung fiel kurzfristig vor den Wettkämpfen trotz zahlreicher Proteste. Bereits die Einteilung der Gruppen, die normalerweise über das Los definiert werden (4 Mannschaften werden gesetzt der Rest dazu gelost), war etwas wunderlich - so wurde nicht dazu gelost sondern nach Weltranglistenpunkten der Spieler gereiht, wobei zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht klar war, nach welchen Kriterien die Weltranglisten überhaupt zustande gekommen waren.
Auch fanden keine ‘Trostbewerbe‘ wie sonst statt…

Den Kampfwillen und Einsatz ließ sich das Team aber dadurch nicht vermiesen -Betreut von Fritz + Lydia Schneeberger, Markus Schwarzbauer und Willy Probst traten Johann Wieser, Michael Trnka, Günther Daschill und Teambaby Johann Koller gegen ein (unerwartet) hochkarätigstes Teilnehmerfeld an. Allen oben genannten Widrigkeiten zum Trotz schlug sich das Team sehr gut und konnte immerhin 3x das Viertelfinale erreichen und so jeweils um Bronze spielen. (1x Mannschaft und  2x Doppel,) aber für eine Medaille reichte es diesmal nicht. Große Enttäuschung beim Betreuerstab und natürlich auch bei den Sportlern, die mit weit größeren Hoffnungen angereist waren; aber "nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf"…

RESULTATE im Detail kommentiert von Schneeberger Fritz:

1) Mannschaftsbewerb:
Österreich    -           Polen                         0:3
Wieser 0:1 (0:3), Koller 0:1 (0:3), Koller /Wieser 0:1 (1:3)
Österreich    -           Japan                        2:3
Trnka 1:1, Daschill 0:2, Daschill/Trnka 1
Österreich    -           Frankreich                0:3
Trnka 0:1 (1:3), Daschill 0:1 (1:3), Daschill/Trnka 0:1 (1:3) 

Gegen Polen konnten Johann Wieser und Johann Koller nichts ausrichten - 
Gegen Japan lagen Günter Daschill und Michael Trnka  nach den ersten beiden Einzeln, mit  0:2 zurück, ehe mit den  Doppel der Ausgleich zum 2:2 geschafft wurde. Damit kam es zur spannenden Entscheidungspartie zwischen Horiutschi und Günter Daschill - es wurde ein dramatisches langes  Spiel, das Günter letztendlich im 5. Satz mit 17:15 verlor, nachdem er 2 Matchbälle vergeben hatte. Schade, aber beide hatten ein tolles Match geliefert, und konnten zufrieden feststellen, dass sie um nichts schlechter waren als die sehr, sehr guten Japaner.
Das Viertelfinale gegen Frankreich  begann mit 2-stündiger Verspätung am späten Abend; das Marathonmatch gegen Japan hatte den Zeitplan völlig gesprengt. Die von beiden Oberschiedsrichter gewährte 10 min. Pause brachte beiden Spielern nicht viel: Beide Einzelspiele und auch das Doppel wurden verloren und das Team  musste den Franzosen zum verdienten 3:0 Erfolg gratulieren. An diesem Abend waren sie einfach die besseren. 

2) Europäischer Einzelbewerb (EM):
Unsere Johanns nutzten das "Losglück" mit guten Leistungen und belegten Rang 2 in ihren Gruppen, der - wie erwähnt nicht zum Aufstieg in den Hauptraster reichte. Das bedeutete einen Rang zwischen 8 und 14.
Michael Trnka und Günter Daschill erwischten noch stärkere Gruppen und erreichten trotz tapferer Gegenwehr nach 1em Sieg und 2 Niederlagen den 3. Gruppenrang, und damit einen Platz zwischen 15 und 21.

Gruppe 6:    
Günter Daschill - D. Feltham (GBR)         3:0
Günter Daschill - Baluszek (Pol)              0:3
Günter Daschill - Duten (Fra)                  0:3

Gruppe 5:    
Michael Trnka - Fira (Pol)                           0:3
Michael Trnka - Handley (GBR)                  3:0
Michael Trnka - Fouconnier (Fra)                0:3

Gruppe 3:    
Johann Wieser- Moussouni (Fra)      3:1
Johann Wieser - Jesus (Por)           3:0
 Johann Wieser - Palos                   0:3

Gruppe 2:    
Johann Koller - Olejarski (Pol)       0:3
Johann Koller - Jarvis (GBR)         3:0
Johann Koller - Pokuta (CZE)        3:0

3) Offener Bewerb (mit Spielern aus Japan, Hong Kong China und 1em Tunesier):
Günter Daschill wurde nach zwei ausgezeichneten Spielen Gruppenzweiter, (gegen MOK hatte er die ersten beiden Sätze nur hauchdünn verloren.) während alle anderen in ihren jeweiligen Gruppen den dritten Rang belegten  -  damit war leider keiner in der nächsten Runde dabei.

Gruppe 6:    
Günter Daschill - Moukher (Tun)    3:0
Günter Daschill - Macedo (Por)      3:0
Günter Daschill - MOK Chi Sing      0:3

Gruppe 10: 
Michael Trnka - Green (GBR)                    3:0
Michael Trnka - Hatakayama (Jpn)            1:3
 Michael Trnka - Duten (Frau)                   0:3

Gruppe 8:    
Johann Wieser - D. Feltham (GBR)         3:0
Johann Wieser - Chu Wai Hin (HKG)       1:3
Johann Wieser - Horiuchi (Jpn)               0:3 

Gruppe 5:    
Johann Koller - Fouconnier (Fra)              0:3
Johann Koller - Jarvis (GBR)                   3:0
Johann Koller - Baluszek (Pol)                 0:3 

4) Herren Doppel:
Im Doppelbewerb kam es in der 1. Runde zur "Schlacht" Österreich gegen England, beide Doppel konnten glatt gewonnen werden und somit gab es einen Aufstieg ins  Viertelfinale. Hier war dann die Auslosung weniger gut, denn die Gegner lauteten Ungarn, und Spanien, die späteren Finalisten. Nach anfänglich hohen Führungen musste man letztlich gegen die späteren Europameister dann doch noch passen.

Achtelfinale:
Günter Daschill/Michael Trnka - Thomson/Green             3:1 (3, -6, 5, 9)
Viertelfinale:
Günter Daschill/Michael Trnka - Cuesta/Monteagudo        0:3 (-2, -10, -7)
Achtelfinale:
Johann Koller/Johann Wieser - Handley/Jarvis                 3:0 (5, 4, 7)
Viertelfinale:
Johann Koller/Johann Wieser - Kuli/Palos                        0.3 (-10, -9, -6)

5) Mix-Doppel:
Johann Wieser/Marie Horvathova - Fira/Dobko (Polen)           2:3 (-5, -6, 12, 10, -5)

In diesem Spiel brachten zweifelhafte Entscheidungen der polnischen Schiedsrichter das Mix völlig aus dem Konzept, was in 2 Fehlservices von Marie im 5. Satz beim Stand von 5:5 endete.
Damit kamdas  Mix-Doppel in den offenen Bewerb und hatte gegen die Japaner keine Chance, nachdem Marie noch immer ´ganz aus dem Häuschen war.

Johann Wieser/Marie Horvathova - Horiuchi/Uekita (Japan)   0:3 (-2, -7, -8)

 

 

 

 

 

14.12.2010 11:01

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