zum Inhaltsbereich

Navigationen und Einstellungen

ihr Standort auf der Webseite

Sie befinden sich hier:   zurück zu Home. Willi Hohm - ein Pionier des Blindensports - ist von uns gegangen.

zu den Hauptthemenbereichen


Bereichsübersicht von Startseite

Keine Subnavigation vorhanden

Partner

Logo-SportMin.f.HP

 TRWRFFBS_Logo

logo_bmsk_f.HP091

FFBS Logo.f.HP


AUVAf.HP

BSO-LOGO

 
sporthilfelogof.HP

LOGO_Sporthilfe-Fairplay 

  Austria_Logo

football4all_logo_HP

 

Ankündigungen

  • Tag des Sports 2010 -25.Sept.2010

    Der gesamte Wiener Heldenplatz verwandelt sich am  25. September zum zehnten Mal in die größte Sport-Open-Air-Veranstaltung Österreichs.  ...
  • PARAGOLF EM - Zell am See/AUT - 01. - 05.- Okt. 2010

    Anfang Oktober findet zum ersten Mal eine Paragolf-Europameisterschaft in Österreich statt.  ...
  • Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

    Im Jahr 2008 beschloss die Europäische Union, das Jahr 2010 zu nutzen, um Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen.   ...

zurück

Willi Hohm - ein Pionier des Blindensports - ist von uns gegangen

Nach seiner völligen Erblindung 1945 durch einen Gesichtsdurchschuss knapp vor Ende des II. Weltkriegs startete er, als begeisterter Sportler,  bereits 1946/47 erste Versuche, auch unter den völlig geänderten Bedingungen Schi zu fahren. Ebenfalls schon 1946 gewann Willi Hohm andere Kriegsblinde für regelmäßige sportliche Betätigung im Sportinstitut Kulka unter Sepp Popp und Hans Kulka. Schon 1947/48 wurden unter Sepp Popp Schifahrten für alle Interessierten durchgeführt, dem 1949 die ersten Schikurse folgten. 

1951 nahmen blinde Sportler auch an der 1. Österr. Versehrtensportwoche in Wien teil, und konnten nach Schaffung des Sport- und Turnabzeichens für Versehrte auf Initiative von Willi Hohm diese Leistungsprüfung dazu ablegen.
1953 schloss sich die Wiener Blindensportgruppe unter Wili Hohm  dem Versehrtensportklub Wien (VSC Wien) an, der 1951 gegründet wurde, und es kam damit zur Gründung der Sektion Blindensport im VSC unter seiner Leitung.  Diese Aktivitäten waren gemeinsam mit ähnlichen in den einigen anderen Bundesländern die Grundlage dafür, dass die Sektion Blindensport seit  Gründung des Österreichischen Versehrtensportverbandes im Jahr 1958  anerkannt wurde und durch einen Sektionsleiter im Sportausschuss  vertreten war.
1965 gelang es Willi Hohm, die Sektion Blindensport mit  jungen Blindensportlern neu aufzubauen und zunehmend waren auch Frauen am Sportgeschehen aktiv beteiligt. 1966 wurde im ÖVSV die Funktion des stellvertretenden Sektionsleiters Blindensport geschaffen und mit Willi Hohm besetzt.
Willi Hohm war treibende Kraft zur Umsetzung des Blindenskilaufs. Er organisierte ab 1972 die ersten Skikurse im Bodental in Kärnten, dem in seiner Ära mehr als 50 weitere Kurse in  verschiedenen Orten folgen sollten. Schon 1973 wurde der erste Riesentorlauf für blinde SkiläuferInnen am Kitzsteinhorn mit "lebenden" Toren durchgeführt. Nachdem es nicht gelungen war, den Blindenskilauf im Versehrtenskireferat des ÖSV zu verankern, konnte Willi Hohm mit Zustimmung des ÖVSV die 1. Österreichischen Meisterschaften im Alpinen und Nordischen Skilauf für Blinde durchführen,  der sich bis 1983 weitere sieben jährlich durchgeführte Österreichische Skimeisterschaften für Blinde anschlossen. Dann wurde Blindenskilauf vom ÖSV anerkannt und in das Versehrtenskireferat integriert, womit die Blindenskiläuferinnen von da in gemeinsamen mit den Körperbehinderten die Österreichische Skimeisterschaft bestritten.
Willi Hohm wurde 1976 zum Leiter der Sektion Blindensport im ÖVSV/ÖBSV  bestellt. Diese Funktion bekleidete er bis 1986, ab 1981 in der terminologisch geänderten Version des Fachausschussvorsitzenden für Blindensport.   In diese Zeit fiel der weitere großflächige Ausbau des Blindensports in Österreich, sowohl hinsichtlich der Zahl der angebotenen Sportarten, als auch hinsichtlich der Qualität der Trainings und damit verbunden der Leistungssteigerungen. Eine der wesentlichen Neuerungen war die Einführung des Schießsports für Blinde, das auf akustischer Basis funktioniert. Bald nach der Vorstellung dieser neuen Sportart gewann diese einen dermaßen großen Zulauf, dass ab 1984  Österreichische Meisterschaften im Luftgewehrschießen für Blinde ausgetragen wurden, die in den besten Jahren um die 30 Teilnehmer aufzuweisen hatten.
Ab 1976 waren die österreichischen BlindensportlerInnen dank der positiven Entwicklung des Umfelds bei allen internationalen Großveranstaltungen, wie Welt-Sommer- und -Winterspiele (Paralympics), Welt- und Europameisterschaften vertreten und holten viele, viele Medaillen. Mit der Gründung von IBSA (Welt-Blindensportverband) im Jahr wurden international neue Perspektiven eröffnet und Willi Hohm war es, der den Beitritt des ÖVSV zu dieser neuen Organisation nachdrücklich empfahl.  

Der Wiener Behindertensportverband entstand  als "Wiener Sportverband für Versehrte" auf Initiative von  Willi Hohm und anderen im Jahr 1978 und er wurde zum geschäftsführenden Präsidenten gewählt, wobei er diese Funktion bis 1986 bekleidete.  Schon mit Übernahme dieser neuen Funktion zog sich Willi Hohm aus dem Vorstand des VSC Wien zurück, um die zeitlichen Ressourcen zum Aufbau und Ausbau des Wiener Verbandes zu haben. Bis zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Wiener Verband im Jahr 1986 war es ihm unter der Präsidentschaft von Mag. Franz Nowak gelungen, ein funktionsfähiges Konstrukt zu schaffen, das die Interessen der Wiener Vereine und SportlerInnen gegenüber den öffentlichen Stellen wahrnahm und auch den weiteren Ausbau der Sportangebote (z.B. Landesmeisterschaften) in Wien schaffte.

Willi Hohm war aber nicht nur ein sehr engagierter Funktionär, sondern auch all die Jahre ein hervorragender Sportler, der viele Siege in verschiedensten Sportarten feiert. Höhepunkte seiner sportlichen Karriere waren zweifellos die Goldmedaille bei den 1. Welt-Sommerspielen (Paralympics) 1976 in Toronto mit der österr. Goalballmannschaft, drei Bronzemedaillen bei der 2. Ski-Weltmeisterschaft 1982 in der Schweiz und eine Bronzemedaille im Abfahrtslauf bei den Welt-Winterspielen  (Paralympics) 1988 in Innsbruck.

Für seine trotz der schweren Beeinträchtigung der Blindheit erbrachten, schier unglaublichen organisatorischen Leistungen als Funktionär auf vielen Ebenen hat Willi Hohm viele Ehrungen entgegennehmen dürfen, unter denen das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich, das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und das Silberne Verdienstzeichen des Landes Wien besonders erwähnt werden soll. Vielen Ehrungen durch Sportverbände und Vereine umrahmen diese öffentlichen Ehrungen, wobei die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Wiener Behindertensportverbandes und des Versehrtensportklub ASVÖ-Wien herausstechen.

Willi Hohm hat in den vielen Jahren seines Wirkens ein Lebenswerk geschaffen, das unseren höchsten Respekt verdient und welches unzweifelhaft die Basis für die weitere positive Entwicklung des Blinden- und Sehbehindertensports in Österreich und des Behindertensports in Wien war.

Wir werden seiner stets in tiefer Dankbarkeit ehrend gedenken.

11.11.2009 13:19

zurück